♕ In Memoriam · Große Persönlichkeiten
Alfred Biolek
Moderator - (Alfred Franz Maria Biolek)
"Und ich bin von allem etwas geworden"
— Alfred Biolek
- ✶ Geboren: Freistadt, Tschechoslowakei
- 十 Gestorben: Köln
- ✦ Beigesetzt: Köln (Melatenfriedhof)
Kurzbiografie
Alfred Franz Maria Biolek wurde am 10. Juli 1934 in Freistadt (heute Karviná, Tschechien) als Sohn eines promovierten Rechtsanwalts geboren. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie enteignet, interniert und schließlich vertrieben. 1946 kam die Familie nach Waiblingen bei Stuttgart. Biolek studierte Jura in München, Wien und Freiburg und promovierte 1962 zum Dr. jur. mit einer Arbeit über englisches Kaufrecht. 1963 wurde er beim ZDF zunächst als Justitiar eingestellt, wechselte aber bald zu redaktionellen Tätigkeiten. 1970 wechselte er zur Bavaria Film nach München, wo er sich radikalen Veränderungen öffnete und Teil der Münchner Bohème wurde. Ab 1974 produzierte er "Am laufenden Band" mit Rudi Carrell – sein beruflicher Durchbruch. Am 25. Januar 1976 startete "Kölner Treff", ab 9. Februar 1978 "Bio's Bahnhof", wo er Talente wie Anke Engelke förderte und internationale Künstler dem deutschsprachigen Publikum vorstellte. Mit Boulevard Bio (1991–2003, 485 Episoden) etablierte Biolek die moderne deutschsprachige Talkshow als "Hochamt gepflegter Unterhaltung". Ende Dezember 1994 startete seine legendäre Kochsendung "alfredissimo!" (459 Episoden bis 2006), wo prominente Gäste ihre Lieblingsgerichte präsentierten. Als UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung (ab 2000) und Gründer der "Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika" (2005) engagierte sich Biolek für Afrika-Hilfe. Im Dezember 1991 wurde Biolek von Rosa von Praunheim öffentlich als homosexuell geoutet – ein Outing, das gesellschaftliche Wahrnehmung von Homosexualität veränderte und keine beruflichen Nachteile mit sich brachte. Biolek war Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien Köln. Mit seiner Pro GmbH produzierte und entwickelte er Sendereihen wie "Mitternachtsspitzen", "Nightwash", "Menschen bei Maischberger" und "Blond am Freitag". Nach einem Treppensturz 2010 mit schweren Kopfverletzungen adoptierte Biolek 2014 einen langjährigen Freund. Alfred Biolek starb am 23. Juli 2021 in seiner Kölner Wohnung im Alter von 87 Jahren und wurde auf dem Melatenfriedhof beigesetzt.
Lebensstationen
- 1934Geburt in Freistadt, Tschechoslowakei, am 10. Juli
- 1945Ende des Zweiten Weltkrieges – Flucht und Vertreibung der Familie
- 1946Umsiedlung nach Waiblingen bei Stuttgart
- 1954Abitur am Waiblinger Staufer-Gymnasium
- 1951/52Austauschschüler mit AFS in den USA
- 1954–1958Jurastudium in München, Wien und Freiburg
- 1958Erstes Juristisches Staatsexamen mit Prädikat
- 1962Promotion zum Dr. jur. – Dissertation über englisches Kaufrecht
- 1963Zweites Juristisches Staatsexamen, Eintritt beim ZDF als Justitiar
- 1968Moderation von Sendungen wie Die Drehscheibe
- 1969Kündigung beim ZDF, Umzug nach München
- 1970Wechsel zur Bavaria Film, Coming-out in der Münchner Bohème
- 1971/72Produktion deutschsprachige Version Monty Python's Fliegender Zirkus
- 1974–1976Produktion Am laufenden Band mit Rudi Carrell – beruflicher Durchbruch
- 1976Start Kölner Treff mit Dieter Thoma für WDR
- 1978Start Bio's Bahnhof – Talententdecker und Moderator
- 1983–1985Talkshow Bei Bio
- 1985–1991Spiel-Show Mensch Meier
- 1991Outing durch Rosa von Praunheim – gesellschaftliche Wirkung
- 1991–2003Boulevard Bio (485 Episoden) – Talkshow-Klassiker
- 1994–2006alfredissimo! (459 Episoden) – revolutionäre Kochsendung
- 1990Honorarprofessor an Kunsthochschule für Medien Köln
- 2000Erster Deutscher als UN-Sonderbotschafter für Weltbevölkerung
- 2005Gründung Alfred Biolek Stiftung – Hilfe für Afrika
- 2006Bühnenprogramm Mein Theater mit dem Fernsehen – Tournee
- 2009Gala Danke, Bio zum 75. Geburtstag
- 2010Treppensturz mit schweren Kopfverletzungen, Koma-Phase
- 2014Adoption langjähriger Freund Scott
- 201985. Geburtstag – Ehrung durch Kölner Oberbürgermeisterin
- 2021Tod am 23. Juli in Köln im Alter von 87 Jahren