Bei der Waldbestattung – auch Baumbestattung genannt – wird die Urne des Verstorbenen an den Wurzeln eines Baumes in einem speziellen, dafür ausgewiesenen Bestattungswald beigesetzt. Über 200 Standorte gibt es in Deutschland, betrieben von verschiedenen Anbietern.
Die Waldbestattung ist naturnah, pflegefrei und ökologisch. Der Wald bleibt unberührt – keine Grabsteine, keine künstlichen Blumen, kein Rasenmähen. Nur eine kleine Namensplakette am Baum erinnert an den Verstorbenen.
Wichtig: Waldbestattung ist nur nach vorheriger Feuerbestattung möglich. Die Urne muss biologisch abbaubar sein. Eine Beisetzung im Sarg ist im Wald nicht erlaubt.
Bestattungswälder sind meist artenreiche Mischwälder. Je nach Standort und Region stehen verschiedene Baumarten zur Auswahl – jede mit eigenem Charakter und symbolischer Bedeutung.
Bei der Baumauswahl helfen die Förster vor Ort. Sie zeigen Ihnen freie Plätze, beraten zu Alter und Lage des Baumes – oft lassen sich auch Baumnummern mit persönlicher Bedeutung wählen (z.B. ein wichtiges Datum).
Eine zentrale Frage: Darf jeder Wald als Bestattungswald genutzt werden? Die klare Antwort: Nein.
In Deutschland gilt der Friedhofszwang. Das bedeutet: Eine Beisetzung darf nur an gesetzlich zugelassenen Orten stattfinden – dazu zählen Friedhöfe, Bestattungswälder, der Meeresgrund (Seebestattung) und seit 2025 in Rheinland-Pfalz auch private Grundstücke (mit Verfügung).
Bestattungswälder sind speziell genehmigte Waldflächen mit einem zwischen Anbieter und Forstbehörde geschlossenen Vertrag. Sie haben:
❓ Darf ich meine Oma Erna eigenständig im Wald begraben?
Nein, das dürfen Sie leider nicht — auch nicht mit der schönsten Tarnung und der besten Schaufel bei Nacht und Nebel. 😄 In Deutschland gilt der Friedhofszwang: Beisetzungen sind nur an gesetzlich zugelassenen Orten erlaubt (Friedhöfe, Bestattungswälder, Seebestattung). Eine eigenständige Bestattung im Wald, Garten oder anderen Privatflächen ist strafbar und wird mit einem Bußgeld von bis zu 20.000 € geahndet (je nach Bundesland). Außerdem droht eine Anzeige wegen Störung der Totenruhe nach § 168 StGB. Also: lieber den offiziellen Bestattungswald wählen — Oma Erna hätte das so gewollt. 💚🌲
In Deutschland gibt es verschiedene Betreiber von Bestattungswäldern – die zwei größten Marken haben sich neben einer Reihe regionaler Anbieter etabliert.
Tipp: Wählen Sie nach Nähe zu Ihrem Wohnort und persönlichem Eindruck vom Wald. Die meisten Standorte bieten kostenlose Führungen an — ein Besuch lohnt sich, bevor Sie sich entscheiden.
Anonyme Beisetzung an einem vom Förster zugewiesenen Baum, gemeinsam mit anderen Verstorbenen. Die günstigste Option.
Kosten: 590 – 1.500 €
Sie wählen den Baum selbst aus – die Beisetzung erfolgt an einem Gemeinschaftsbaum mit anderen Urnen.
Kosten: 890 – 2.000 €
Für Paare – zwei Urnen am gleichen Baum, exklusiv für Sie und Ihre Liebsten.
Kosten: 2.890 – 5.500 €
Ein Baum für mehrere Mitglieder einer Familie oder einen Freundeskreis. Plätze können über die Jahre hinzugefügt werden.
Kosten: 4.500 – 7.500 € (zzgl. ca. 300 € pro zusätzliche Beisetzung)
Spezielle Bäume für still geborene Kinder bis zum dritten Lebensjahr. Bei den meisten Bestattungswäldern kostenfrei.
Bei einem persönlichen Termin im Wald begleitet Sie ein Förster und zeigt Ihnen freie Bäume. Die Koordinaten des gewählten Baumes werden dokumentiert.
Der Verstorbene wird kremiert. Die Asche kommt in eine biologisch abbaubare Urne (z.B. aus Maisstärke, Bambus oder Pilzmyzel).
Die meisten Bestattungswälder haben einen zentralen Andachtsplatz. Auf Wunsch kann auch direkt am Baum eine Zeremonie stattfinden — von einem Geistlichen, Trauerredner oder den Angehörigen selbst.
Die Urne wird vom Förster im Wurzelbereich des Baumes beigesetzt (ca. 50 cm tief). Anschließend wird die Stelle wieder mit Waldboden verschlossen.
Eine kleine, schlichte Metallplakette mit Name und Daten kann am Baum angebracht werden. Manche Anbieter verzichten bewusst darauf — aus Naturschutzgründen.
| Kostenposition | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Kremation & Bestatterleistungen | 1.500 – 2.800 € |
| Biologisch abbaubare Urne | 80 – 250 € |
| Baumgrabstätte (je nach Grabart) | 590 – 5.500 € |
| Beisetzungsgebühr | 300 – 600 € |
| Namensplakette | im Preis enthalten / 50 – 100 € |
| Trauerfeier am Andachtsplatz (optional) | 200 – 600 € |
| Gesamt (ca.) | 2.500 – 7.500 € |
Spartipp: Eine Beisetzung an einem Basisplatz (Gemeinschaftsbaum) ohne separate Trauerfeier ist die günstigste Variante – ab ca. 2.500 €. Kein Grabstein, keine Grabpflege, keine Folgekosten!
Die meisten Bestattungswälder bieten eine Nutzungsdauer von bis zu 99 Jahren — deutlich länger als bei klassischen Friedhöfen. Das Nutzungsrecht gilt für den Standort, nicht für den Baum selbst.
Im Bestattungswald übernimmt die Natur die Pflege. Es ist nicht erlaubt, Blumen, Kerzen, Kreuze oder Dekoration am Baum zu hinterlassen — der Wald soll naturnah bleiben.
Sie dürfen aber bei einem Besuch frische Blumen mitbringen und nach der Andacht wieder mitnehmen. Manche Bestattungswälder erlauben das Anbringen einer kleinen Namensplakette am Baum.
Bestattungsbäume werden sorgfältig ausgewählt und regelmäßig kontrolliert. Sollte ein Baum dennoch durch Sturm oder natürliche Ursachen umfallen, bleibt die Urne im Boden — die Plakette wird ggf. an einen benachbarten Baum verlegt. Das kommt selten vor.
Die Akzeptanz der Waldbestattung variiert stark zwischen den Religionen.
Sowohl evangelische als auch katholische Kirche akzeptieren die Waldbestattung. Eine kirchliche Trauerfeier kann am Andachtsplatz stattfinden. Manche Bestattungswälder kooperieren direkt mit Geistlichen vor Ort.
Im Islam ist die Waldbestattung nicht erlaubt, da eine vorherige Einäscherung nötig ist – Kremation ist im Islam untersagt (haram).
Auch im Judentum ist die Waldbestattung nicht erlaubt – ebenfalls wegen der vorherigen Einäscherung.
Beide Religionen bevorzugen die Feuerbestattung. Eine anschließende Beisetzung der Asche im Wald ist möglich und passt gut zur Vorstellung des natürlichen Kreislaufs.
Nein. In Deutschland gilt der Friedhofszwang. Eine Beisetzung darf nur auf zugelassenen Bestattungsorten erfolgen. Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit oder Straftat (§ 168 StGB Störung der Totenruhe) und werden mit Bußgeldern bis zu 20.000 € belegt. Einzige Ausnahme: Bremen erlaubt seit 2015 unter Auflagen die Verstreuung der Asche auf Privatgrundstücken. Auch in Rheinland-Pfalz ist seit Oktober 2025 mit gültiger Verfügung eine Aufbewahrung zu Hause möglich.
Die Auswahl hängt vom jeweiligen Bestattungswald ab. Häufig vertreten sind Buche, Eiche, Hainbuche, Ahorn, Esche, Kirsche, Linde, Birke und Tanne. Manche Wälder bieten auch Sondervarianten wie Ginkgo, Magnolie, Wildbirne oder Walnuss. Bei einer kostenlosen Waldführung kann ein Förster Sie zu den verfügbaren Bäumen führen.
Nein. Um den Wald natürlich zu halten, sind keine Blumen, Kerzen oder Dekoration dauerhaft erlaubt. Sie dürfen Blumen mitbringen und nach der Zeremonie mitnehmen, aber nicht ablegen. Auch Grablichter, Bilder oder kleine Figuren sind nicht gestattet.
Ja! Sie erhalten eine Karte mit der genauen Lage und die GPS-Koordinaten. Jeder Baum hat eine eindeutige Nummer. Die Wege im Wald sind beschildert. Manche Anbieter haben auch eine App oder digitale Karte zur Orientierung.
Beide haben ein sehr ähnliches Konzept. FriedWald ist der größere Anbieter mit ca. 85 Standorten, RuheForst hat etwa 70 Standorte und ist oft regionaler verankert. Die Preise und Angebote sind vergleichbar. Wählen Sie nach Nähe zu Ihrem Wohnort und persönlichem Eindruck vom Wald.
Biologisch abbaubare Urnen aus Maisstärke oder Pappe zersetzen sich innerhalb von 1 bis 5 Jahren vollständig. Pilzmyzel-Urnen lösen sich noch schneller auf — innerhalb weniger Monate. Bambus oder Holz braucht 5 bis 15 Jahre. Die Asche selbst bleibt im Boden und wird Teil des natürlichen Kreislaufs.
Alle Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich zur allgemeinen Orientierung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Fachberatung dar. Die dargestellten Angaben — insbesondere zu Preisen, Zeiträumen, Abläufen, gesetzlichen Regelungen und Fristen — sind Richtwerte und können je nach Bundesland, Kommune, Krematorium, Bestattungsunternehmen und dem gewählten Umfang der Dienstleistungen erheblich abweichen.
Bestattungsrecht ist in Deutschland Ländersache. Regelungen zu Friedhofspflicht, Bestattungsfristen, Urnenaufbewahrung und Ascheverwendung können sich jederzeit ändern. Auch regionale Friedhofs- und Gebührensatzungen weichen voneinander ab.
Für verbindliche Auskünfte und eine individuelle Beratung wenden Sie sich bitte an einen zugelassenen Bestatter in Ihrer Nähe. Über unsere Bestatter-Suche finden Sie schnell und unkompliziert erfahrene Bestattungsunternehmen, die Sie persönlich und vor Ort kompetent beraten. Bei rechtlichen Fragen empfiehlt sich zusätzlich die Rücksprache mit einem Rechtsanwalt, bei steuerlichen Fragen mit einem Steuerberater.
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Letzte Aktualisierung: April 2026