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Bestattung Vorsorge Sicherheit

Schutz vor Betrug

Ein wichtiger Leitfaden für ältere Menschen und ihre Angehörigen. Erkennen, was Betrug ist. Wissen, wie man sich schützt. Wissen, wer hilft.

Im Notfall sofort anrufen

Wenn Sie unsicher sind oder Hilfe brauchen — diese Stellen helfen Ihnen sofort. Tag und Nacht. Kostenlos.

110
Polizei
Bei Verdacht auf Betrug. Sofort. Auch nachts.
116 006
Weißer Ring
Hilfe für Opfer. Anonym. Kostenlos.
0800 1110111
Telefonseelsorge
Wenn Sie reden müssen. Anonym. Kostenlos.

Die 8 wichtigsten Regeln

Diese Regeln gelten immer. Auch wenn jemand sehr nett ist. Auch wenn jemand am Telefon weint. Auch wenn jemand sagt, es sei dringend.

1

Geben Sie niemals Geld an Fremde

Nicht an der Tür. Nicht an einen Boten. Nicht an angebliche Polizisten. Nicht an angebliche Anwälte. Niemand braucht Ihr Geld sofort.

2

Legen Sie auf

Bei jedem Anruf, der Sie unter Druck setzt. Bei jedem Anruf, der Geld fordert. Sie müssen niemandem zuhören. Auflegen ist erlaubt.

3

Unterschreiben Sie nichts ohne einen Anwalt

Keine Verträge. Keine Vollmachten. Kein Testament. Kein Bestattungsvertrag. Lassen Sie sich Zeit. Niemand darf Sie zum Unterschreiben drängen.

4

Lassen Sie Fremde nicht in Ihre Wohnung

Auch nicht angebliche Handwerker. Auch nicht angebliche Mitarbeiter der Stadt. Schließen Sie die Tür. Rufen Sie 110 wenn jemand Sie bedrängt.

5

Rufen Sie Ihre Familie zurück

Wenn jemand sagt, Ihr Enkel hatte einen Unfall: Legen Sie auf. Rufen Sie Ihren Enkel selbst an. Auf seiner echten Nummer. Sie haben sie im Telefonbuch.

6

Geben Sie keine Bankdaten am Telefon

Keine PIN. Keine TAN. Keine Kontonummer. Keine Karten-Nummer. Keine echte Bank fragt am Telefon nach diesen Daten. Niemals.

7

Heben Sie kein Geld ab für Fremde

Auch wenn jemand am Telefon Druck macht. Auch wenn jemand sagt, ein Familienmitglied sei in Not. Gehen Sie nicht zur Bank. Rufen Sie zuerst Ihre Familie an.

8

Reden Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen

Mit Ihrem Partner. Mit Ihren Kindern. Mit Ihren Enkeln. Mit Ihrem Hausarzt. Bevor Sie etwas unterschreiben. Bevor Sie etwas bezahlen.

Die häufigsten Betrugsmaschen

Diese Tricks werden jeden Tag gegen ältere Menschen angewendet. Wenn Sie sie kennen, fallen Sie nicht darauf herein.

1. Der Enkeltrick

So läuft die Masche:

Jemand ruft an: „Hallo Oma, rate mal wer dran ist!" Die Person sagt nicht ihren Namen. Dann erzählt sie von einem Unfall, einer Notlage, einem Krankenhaus. Sie braucht sofort Geld. Ein Bote soll es abholen.

Was Sie tun:

  • Legen Sie auf
  • Rufen Sie Ihren echten Enkel auf seiner echten Nummer an
  • Rufen Sie 110 an
  • Geben Sie niemals Geld an einen Boten

2. Falsche Polizisten

So läuft die Masche:

Jemand ruft an und sagt: „Hier ist die Polizei. In Ihrer Straße wurde eingebrochen. Ihr Geld zu Hause ist nicht sicher. Wir holen es ab und bringen es in Sicherheit." Auf dem Display steht oft 110.

Was Sie tun:

  • Die echte Polizei holt niemals Geld ab
  • Die echte Polizei ruft niemals von der Nummer 110 an
  • Legen Sie auf
  • Rufen Sie selbst die 110 an und melden Sie den Anruf

3. „Hallo Mama" auf WhatsApp

So läuft die Masche:

Sie bekommen eine Nachricht: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt. Das ist meine neue Nummer. Kannst du schnell eine Rechnung für mich überweisen?"

Was Sie tun:

  • Antworten Sie nicht
  • Rufen Sie Ihr Kind auf der echten Nummer an
  • Überweisen Sie kein Geld
  • Speichern Sie die Nummer nicht
  • Blockieren Sie den Kontakt

4. Falsche Handwerker an der Tür

So läuft die Masche:

Jemand klingelt und sagt: „Wir prüfen die Heizung." Oder: „Wir kontrollieren das Wasser." Oder: „Es gibt einen Wasserschaden." Während einer Sie ablenkt, durchsucht der andere die Wohnung.

Was Sie tun:

  • Lassen Sie niemanden in die Wohnung ohne Termin
  • Rufen Sie bei Ihrem Vermieter oder Stadtwerk an
  • Schauen Sie zuerst durch den Türspion
  • Verlangen Sie einen Dienstausweis
  • Rufen Sie 110 wenn jemand drängt

5. Microsoft- oder Bank-Anrufer

So läuft die Masche:

Jemand ruft an und sagt: „Ich bin von Microsoft. Ihr Computer ist gefährdet." Oder: „Hier ist Ihre Bank. Ihr Konto wurde gehackt. Geben Sie mir Ihre TAN."

Was Sie tun:

  • Microsoft ruft niemals an
  • Banken fragen niemals nach PIN oder TAN am Telefon
  • Legen Sie auf
  • Wenn unsicher: Rufen Sie selbst Ihre Bank an, Nummer auf der Rückseite Ihrer Bankkarte

6. Liebesbetrug im Internet

So läuft die Masche:

Jemand schreibt Sie im Internet an. Über Wochen oder Monate baut die Person eine Beziehung auf. Dann gibt es plötzlich einen Notfall — ein Krankenhaus, ein gestrandeter Soldat, ein Zoll-Problem. Es wird Geld gebraucht.

Was Sie tun:

  • Überweisen Sie niemals Geld an jemanden, den Sie nie persönlich getroffen haben
  • Reden Sie mit Ihrer Familie über die Person
  • Brechen Sie den Kontakt ab
  • Rufen Sie 110 an

7. Unseriöse Bestattungs-Vertreter an der Tür

So läuft die Masche:

Jemand klingelt und sagt: „Haben Sie schon vorgesorgt für Ihre Beerdigung?" Es wird ein teurer Vorsorgevertrag oder eine Sterbegeldversicherung verkauft — oft mit hohen Beiträgen, langen Laufzeiten und wenig Leistung.

Was Sie tun:

  • Unterschreiben Sie nichts an der Haustür
  • Lassen Sie sich nicht drängen
  • Holen Sie sich mehrere Angebote
  • Sprechen Sie mit der Verbraucherzentrale
  • Ein Vertrag an der Haustür kann 14 Tage lang widerrufen werden
  • Lesen Sie unsere Seite zur Bestattungsvorsorge

8. Falsche Erbschafts-Briefe

So läuft die Masche:

Sie bekommen einen Brief: „Ein entfernter Verwandter ist verstorben. Sie haben geerbt. Bitte überweisen Sie Bearbeitungsgebühren." Der Brief sieht aus wie von einem Anwalt.

Was Sie tun:

  • Echte Erbschaften kosten Sie kein Geld im Voraus
  • Echte Anwälte schicken keine unaufgeforderten Erbschafts-Briefe
  • Werfen Sie den Brief weg
  • Melden Sie es der Polizei

9. Kaffeefahrten

So läuft die Masche:

Sie werden zu einer Busfahrt eingeladen. Mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Während der Fahrt werden teure Heizdecken, Matratzen, Vitamine oder Bestattungsverträge verkauft. Der Druck ist enorm.

Was Sie tun:

  • Unterschreiben Sie auf der Fahrt nichts
  • Kaufen Sie auf der Fahrt nichts
  • Verträge können 14 Tage widerrufen werden
  • Bringen Sie nur wenig Geld mit
  • Lassen Sie sich von der Familie abholen

Wenn schon etwas passiert ist

Es ist keine Schande, auf einen Betrüger hereinzufallen. Es passiert vielen Menschen. Was jetzt zählt: schnell handeln.

1

Sofort die Polizei anrufen — 110

Auch nachts. Auch am Wochenende. Auch wenn Sie sich schämen. Die Polizei hilft Ihnen. Die Polizei lacht Sie nicht aus.

2

Bank anrufen und Konto sperren

Wenn Sie Bankdaten herausgegeben haben oder Geld überwiesen haben: rufen Sie sofort Ihre Bank an. Lassen Sie das Konto sperren. Manche Überweisungen können noch zurückgeholt werden.

Sperrnotruf: 116 116 (für gesperrte EC- und Kreditkarten, kostenlos, 24 Stunden)

3

Familie informieren

Reden Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln. Sie helfen Ihnen mit den nächsten Schritten. Sie sind nicht allein.

4

Weißer Ring anrufen — 116 006

Der Weiße Ring ist eine kostenlose Beratungsstelle für Opfer von Straftaten. Anonym, freundlich, hilft mit Anwälten und Behörden.

5

Bei unterschriebenen Verträgen: Anwalt

Verträge an der Haustür können Sie 14 Tage lang widerrufen. Verträge unter Druck können nichtig sein. Ein Anwalt hilft beim Widerruf und prüft den Vertrag.

Anwalt finden →

Für Kinder und Enkel

Sie machen sich Sorgen um Ihre Eltern oder Großeltern? Hier finden Sie konkrete Schritte, wie Sie helfen können.

Notfall-Telefonkarte zum Ausdrucken

Diese Karte können Sie ausdrucken und an das Telefon, an die Wohnungstür oder an den Kühlschrank kleben. Sie zeigt die wichtigsten Nummern und Regeln auf einen Blick.

Notfall-Karte

Polizei
110
Weißer Ring (Opferhilfe)
116 006
Telefonseelsorge
0800 1110111
Sperrnotruf (Bankkarten)
116 116

Im Zweifel:

  1. Auflegen
  2. Familie anrufen
  3. Polizei anrufen — 110
  4. Nichts unterschreiben
  5. Kein Geld geben

Drucken: Auf dem Smartphone oder Computer auf „Drucken" oder „Strg+P" — die Karte druckt sich auf einer Seite aus.

Offizielle Beratungsstellen

Diese Stellen helfen kostenlos und vertraulich. Sie sind erfahren im Umgang mit Betrugsfällen und bieten Beratung in Ihrer Nähe.

Polizeiliche Kriminalprävention

Die offizielle Beratungsstelle der Polizei. Mit Tipps, Broschüren und Beratungsstellen in jedem Bundesland. Alle Materialien kostenlos.

www.polizei-beratung.de →

Weißer Ring

Bundesweite Opferhilfe. Beratung, Begleitung zu Behörden und Gerichten, finanzielle Soforthilfen. Anonym und kostenlos.

weisser-ring.de → · Telefon: 116 006

Verbraucherzentrale

Hilft bei unseriösen Verträgen, Haustürgeschäften, Sterbegeldversicherungen und vielen weiteren Themen. Beratungsstellen in jedem Bundesland.

www.verbraucherzentrale.de →

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen

Die BAGSO bietet Informationsmaterial speziell für ältere Menschen — auch zum Thema Sicherheit, Vorsorge und Schutz vor Betrug.

www.bagso.de →

Sie sind nicht allein

Jeden Tag werden Menschen Opfer von Betrug. Es ist nicht Ihre Schuld. Es macht Sie nicht dumm. Es macht Sie nicht schwach. Die Täter sind organisiert, geübt und skrupellos.

Wer auf einen Betrug hereinfällt, soll schnell handeln und offen darüber reden. Die Polizei nimmt jeden Fall ernst. Die Familie ist da. Beratungsstellen helfen kostenlos.

Wenn Sie diese Seite lesen, sind Sie schon einen Schritt weiter. Wenn Sie diese Seite jemandem zeigen, der sie braucht, helfen Sie einem anderen Menschen.

Quellen & Hinweis

Die Inhalte dieser Seite wurden auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen recherchiert und aufbereitet — darunter Veröffentlichungen der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, des Weißen Rings, der Verbraucherzentralen, der BAGSO sowie Informationen von Bundesländern und Kommunen. Diese Seite dient ausschließlich der Information und stellt keine Rechts- oder Polizeiberatung dar. Im konkreten Verdachtsfall: Polizei 110.