♕ In Memoriam · Große Persönlichkeiten

Hardy Krüger

Schauspieler - (Eberhard August Franz Ewald Krüger)

"Ich wollte wie Jack London sein"

— Hardy Krüger
  • Geboren: Berlin-Wedding
  • Gestorben: Palm Springs, Kalifornien

Kurzbiografie

Hardy Krüger wurde am 12. April 1928 in Berlin-Wedding als Eberhard August Franz Ewald Krüger in ein nationalsozialistisches Elternhaus geboren. Sein Vater war Ingenieur und Betriebsleiter der Berliner-Tanklager-GmbH. 1941 kam er als Dreizehnjähriger in die Adolf-Hitler-Schule in Sonthofen, eine NS-Eliteschule zur Führungserziehung. 1943 spielte er die Rolle des Lehrlings Heinz Baum im NS-Propagandafilm "Junge Adler". Ende März 1945 wurde Krüger zum Wehrdienst eingezogen und kam in die 38. SS-Grenadier-Division "Nibelungen". Nach eigener Aussage widersetzte er sich einem tödlichen Befehl und desertierte danach. Nach dem Krieg wurde Krüger auf Rat von Wolfgang Liebeneiner Statist am Hamburger Schauspielhaus und Sprecher beim NWDR. In den 1950er Jahren wurde er zum beliebten Filmstar in Deutschland. 1957 machte ihn die Rolle des Jagdfliegers Franz von Werra in dem britischen Kriegsfilm "Einer kam durch" auch im englischsprachigen Raum bekannt. Krüger wurde einer der wenigen deutschen Schauspieler, die eine internationale Filmkarriere machten. Er wirkte in Klassikern mit wie "Hatari!" an der Seite John Waynes, "Der Flug des Phoenix" mit James Stewart und Richard Attenborough, "Die Brücke von Arnheim", "Die Wildgänse kommen" mit Richard Burton und Roger Moore, "Barry Lyndon" und "Das rote Zelt" mit Sean Connery. Wegen seiner nordischen Erscheinung wurde er oft als Wehrmachtsoffizier besetzt – ein Rollentyp, den er ambivalent handhabte. Ab 1970 begann Krüger eine zweite Karriere als Schriftsteller und veröffentlichte mehrere Romane und Erlebnisberichte. In den 1960er und 1970er Jahren besaß er die Momella Wildlife Lodge in Tansania. Die Fernsehserie "Hardys Bordbuch" und später "Weltenbummler" (1987–1995) dokumentierten seine Reisen. Wegen seiner NS-Kindheit engagierte sich Krüger zeit seines Lebens gegen Rechtsextremismus – er unterstützte die Amadeu Antonio Stiftung und gründete 2013 die Initiative "Gemeinsam gegen rechte Gewalt". Er war dreimal verheiratet: von 1950–1964 mit Schauspielerin Renate Densow (Adoptivtochter Christiane), von 1964–1977 mit italienischer Malerin Francesca Marazzi (Kinder Malaika und Hardy Krüger junior) und ab 1978 mit US-Fotografin Anita Park. Hardy Krüger starb am 19. Januar 2022 in Palm Springs, Kalifornien, im Alter von 93 Jahren.

Lebensstationen

  • 1928
    Geburt in Berlin-Wedding am 12. April als Eberhard August Franz Ewald Krüger
  • 1941
    Eintritt in die Adolf-Hitler-Schule Sonthofen
  • 1943
    Rolle in NS-Propagandafilm Junge Adler
  • 1945
    Wehrdienst in 38. SS-Grenadier-Division Nibelungen – Desertion
  • 1946
    Statist am Hamburger Schauspielhaus, Sprecher beim NWDR Hamburg
  • 1949
    Erste Filmrollen in deutschen Nachkriegsfilmen
  • 1950
    Verheiratung mit Schauspielerin Renate Densow
  • 1953
    Adoption von Christiane Krüger
  • 1957
    Internationale Karriere – Rolle als Franz von Werra in Einer kam durch
  • 1960er-1970er
    Besitz der Momella Wildlife Lodge in Tansania
  • 1962
    Hatari! an der Seite John Waynes
  • 1963
    Sonntage mit Sybill gewinnt Oscar für Bester fremdsprachiger Film
  • 1964
    Verheiratung mit italienischer Malerin Francesca Marazzi
  • 1965
    Der Flug des Phoenix mit James Stewart und Richard Attenborough
  • 1967
    Tochter Malaika geboren
  • 1968
    Sohn Hardy Krüger junior geboren
  • 1970
    Beginn einer zweiten Karriere als Schriftsteller
  • 1977
    Scheidung von Francesca Marazzi
  • 1978
    Verheiratung mit US-Fotografin Anita Park – Umzug nach Kalifornien
  • 1982-1995
    Fernsehserie Weltenbummler (ARD-Dokumentation, Regie: Krüger)
  • 1987
    Goldene Kamera erhalten
  • 1988-1989
    Rolle in Miniserie Feuersturm und Asche
  • 2001
    Ritter der französischen Ehrenlegion
  • 2002
    Bayerischer Filmpreis Ehrenpreis
  • 2008
    Bambi Ehrenpreis für Lebenswerk
  • 2009
    Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
  • 2011
    Jupiter Award für Lebenswerk, ZDF-Film Familiengeheimnisse
  • 2013
    Gründung Initiative Gemeinsam gegen rechte Gewalt mit Exit Deutschland und anderen
  • 2014
    Stern auf Boulevard der Stars Berlin
  • 2022
    Tod am 19. Januar in Palm Springs, Kalifornien, im Alter von 93 Jahren

Auszeichnungen & Tätigkeiten

🏅
Bravo Otto (Bronze)
1959
🏅
Bravo Otto (Silber)
1960
🏅
Deutscher Filmpreis
1983
🏅
Goldene Kamera
1987
🏅
Ritter der französischen Ehrenlegion
2001
🏅
Bayerischer Filmpreis Ehrenpreis
2002
🏅
Bambi Ehrenpreis für Lebenswerk
2008
🏅
Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
2009
🏅
Jupiter Award für Lebenswerk
2011
🏅
Stern auf Boulevard der Stars Berlin
2014
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